Namensänderung: Wann können Sie Ihren Nachnamen ändern lassen? 

Ob im Zuge einer Eheschließung, einer Scheidung oder der Nachnamenswahl für Kinder: Das Namensänderungsgesetz (NamÄndG) bestimmt in Deutschland eindeutig, welche Wahl bei Nachnamen möglich ist – und welche nicht. Erfahren Sie im Folgenden, wann Sie Ihren eigenen Nachnamen ändern können und wann auch bei Ihren Kindern eine solche Änderung möglich ist.

Zusammengefasst: Möglichkeiten der Namensänderung bei Nachnamen

Wie kann man seinen Nachnamen ändern lassen?

Ein entsprechender Antrag kann beim zuständigen Standesamt gestellt werden. Es bedarf jedoch grundsätzlich eines triftigen Grundes für die Änderung des Nachnamens. Welche dies sein können, erfahren Sie hier.

Kann man den Nachnamen des Kindes noch ändern?

Bedingt lässt sich beim Kind der Nachname ändern, etwa bei Wiederverheiratung oder Heirat der Eltern bzw. eines Elternteils. Die Grenzen der Namensänderung bei einem Kind sind jedoch sehr eng gesteckt. Antworten auf die wichtigsten Fragen finden Sie hier.

Wie viel kostet eine Namensänderung?

Die Gebühren beim Standesamt können bei wenigen Euro bis hin zu über 1.000 Euro liegen. Die Kosten für die Erneuerung von Unterlagen und Ausweisdokumenten sind hierbei noch nicht eingerechnet.

Namensänderung bei Eheschließung

Möglichkeiten der Änderung: Wie der Nachname geändert werden kann - und wann -, erfahren Sie im Ratgeber.
Möglichkeiten der Änderung: Wie der Nachname geändert werden kann – und wann -, erfahren Sie im Ratgeber.

Bei der Eheschließung gewährt das deutsche Namensrecht grundsätzlich drei Möglichkeiten der Nachnamensänderung:

  • Jeder Ehegatte behält seinen eigenen Nachnamen bei.
  • Beide Ehegatten wählen einen gemeinsamen Ehenamen (den Nachnamen eines der beiden Ehegatten):
    • Der annehmende Ehegatte ersetzt seinen vormaligen Nachnamen mit dem Nachnamen des Ehepartners (z. B. statt Schmidt nur Müller).
    • Der annehmende Ehegatte bildet einen Doppelnamen aus dem eigenen Nachnamen und dem Nachnamen des Ehegatten, der als Ehename gewählt wurde (z. B. Schmidt-Müller oder Müller-Schmidt).

Grundsätzlich ist eine Namensänderung in Deutschland nur möglich, wenn ein triftiger Grund hierfür vorliegt. Das kann neben einer Eheschließung auch die Scheidung einer Ehe sein oder aber im Einzelfall auch die Tatsache, dass mit dem Nachnamen überwiegend negative Erinnerungen verbunden werden (z. B. bei Misshandlung) oder dieser regelmäßig zu Schikanierungen führt.

Namensänderung bei Scheidung

Ehegatten, die sich scheiden lassen, sind mit Rechtskraft der Scheidung grundsätzlich dazu befugt, den eigenen Nachnamen wieder zu ändern, wenn sie in der Ehezeit einen gemeinsamen Ehenamen angenommen haben. In der Regel ist es ihnen dann möglich, jeden vormals geführten Nachnamen oder den ursprünglichen Geburtsnamen wieder anzunehmen. Einen entsprechenden Antrag können sie bei Vorlage der Scheidungsurkunde bei dem zuständigen Standesamt stellen.

Aber: Grundsätzlich ist niemand bei Scheidung verpflichtet, den angenommenen Ehenamen bei Scheidung wieder abzulegen. Der Ehegatte kann dies auch nicht verlangen. Selbst wenn die Ehegatten eine entsprechende Klausel in einem Ehevertrag bezüglich der Namensänderung aufgenommen haben, ist diese in aller Regel unwirksam.

Wesentlich schwieriger als bei Ehegatten gestaltet sich die Namensänderung bei Kindern vorgenommen werden soll, die entweder mit Eheschließung einbenannt oder aber in der Ehezeit geboren wurden.

Nachnamen ändern bei einem Kind

Lässt sich der Nachname ändern? Was beim Kind, für Ehegatten und Geschiedene gilt, erfahren Sie im Ratgeber.
Lässt sich der Nachname bei Kindern ändern? Was beim Kind möglich ist, erfahren Sie in unserem Fragekatalog.

Lässt sich bei einer Eheschließung oder Scheidung auch der Nachname vom Kind ändern? Im Grunde hängt dies von den Konstellationen im Einzelfall ab. Den Nachnamen des eigenen Kindes zu beeinflussen, gestaltet sich nach deutschem Namensrecht ungleich schwieriger. Zwar ist auch hier grundsätzlich die Namensänderung bei Vorliegen triftiger Gründe gestattet, diese sind jedoch weit enger gefasst. 

Im Folgenden haben wir Ihnen die wichtigsten Fragen zur Namensänderung bei Kindern zusammengestellt und beantwortet:

Nachname vom Kind ändern lassen: Bei Eheschließung der Eltern möglich?

Ja. Waren die Eltern zum Zeitpunkt der Geburt des Kindes noch nicht verheiratet und wählen bei Eheschließung einen gemeinsamen Ehenamen, kann auch das Kind entsprechend einbenannt werden. Es erhält dann den gemeinsamen Ehenamen als neuen Nachnamen

Aber Vorsicht! Wenn Sie auf diesem Wege nach geltendem Namensrecht den Nachnamen Ihres Kindes ändern lassen, so ist dieser Vorgang in aller Regel unwiderruflich. Der neue, nach der Namensänderung angenommene Nachname ersetzt nämlich den ursprünglich Geburtsnamen zur Gänze. Letzterer wird vollkommen gestrichen, der Ehename wird neuer Geburtsname. Nach einer Scheidung kann der ursprüngliche Nachname des Kindes daher auch regelmäßig nicht wieder reaktiviert werden (außer in extremen Ausnahmefällen).

Wiederheirat eines Elternteils: Können die Kinder den Nachnamen des neuen Partners annehmen?

Ja. Sind jedoch beide Eltern des betroffenen Kindes sorgeberechtigt, so muss der andere Elternteil der Namensänderung in aller Regel zustimmen. Im Streitfall kann diese Zustimmung unter Umständen auch von einem Familiengericht erteilt werden. Auch in diesem Falle kann das Kind, sollte es zur Scheidung kommen, nicht einfach wieder einen anderen Nachnamen erhalten, da der Vorgang der Einbenennung grundsätzlich unumkehrbar ist (Ausnahmen bestätigen die Regel).

Können Sie nach der Scheidung den Namen Ihres Kindes ändern lassen?

Wie bereits zuvor erwähnt lässt sich der Geburtsname eines Kindes nicht ohne Weiteres abändern – ob dieser nun bereits zum Zeitpunkt der Geburt feststand oder durch eine spätere Einbenennung geändert wurde. Lässt sich ein Ehepaar zum Beispiel scheiden und will einer der Ehegatten seinen Geburtsnamen wieder annehmen, so besteht für ihn zwar grundsätzlich die Möglichkeit: Die Namensänderung beim Kind lässt sich jedoch in der Regel nicht in gleicher Weise umsetzen.

Infografik: Die Möglichkeiten der Namensänderung sind bei Scheidung gegeben!
Infografik: Die Möglichkeiten der Namensänderung sind bei Scheidung gegeben!

Im Übrigen: Es ist nach deutschem Namensrecht grundsätzlich nicht zulässig, einem Kind als Nachnamen einen Doppelnamen zu geben. Ausnahmen sind hier eher selten (auch bei Anwendung des Namensrechts eines anderen Landes).

Namensänderung: Welche Kosten entstehen, wenn Sie Ihren Familiennamen ändern lassen wollen?

Familienname ändern: Welche Kosten können dafür anfallen?
Familienname ändern: Welche Kosten können dafür anfallen?

Die Kosten für eine Namensänderung richten sich nach dem jeweiligen Einzelfall. Bei den Standesämtern können je nach dem Aufwand, der entsteht, wenn Sie Ihren Nachnamen ändern lassen, Kosten zwischen 2,50 und 1.022,00 Euro anfallen. 

Nachname ändern lassen: Zusätzliche Kosten für neue Dokumente einkalkulieren

Wenn bei einer Namensänderung ein neuer Familienname gewählt wird, fallen jedoch grundsätzlich nicht nur Gebühren für die Abänderung selbst an. Zu bedenken ist, dass zusätzliche Kosten für neue Dokumente entstehen können, wie z. B.:

  • Reisepass bzw. Personalausweis
  • Krankenversichertenkarte
  • Bankkarte
  • u. v. m.

Ein neuer Nachname kann also je nach Aufwand und Anzahl der benötigten Dokumente weit über 1.000 Euro kosten. 

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